Fairey Swordfish

Matchbox PK 112 - 1/72

Sicherlich mutet dieser Doppeldecker für ein WK II-Kampflugzeug etwas antiquiert an. Aber weder das vom selben Hersteller entwickelten Doppeldecker-Nachfolgemuster, "Albacore" genannt, noch die Barracuda-Eindecker konnten bei der Royal Navy annähernd so viel Ruhm ernten, wie die gute alte Swordfish. Der liebevoll "Stringbag" oder auch "Geigenkasten" (aufgrund des Aussehens des Rumpfes) bezeichneten Maschine, wird im Vereinten Königreich immer ein Ehrenplatz unter den Militär-Flugzeugen des zweiten Weltkriegs sicher sein.

Als die ehemalige englische Fa. Lesney in der Mitte der Siebziger begann, unter ihrem Markenname "Matchbox" auch Plastikmodellbausätze herauszubringen, konnte man in ihrem ständig wachsenden Sortiment an 1/72 er-Flugzeugmodellen interessanterweise auch recht viele Typen finden, die es auch schon von der Fa. Airfix gegeben hat. Im Falle der Swordfish, gab es sogar auch einen Frog-Kit.

Während der Airfix-Baukasten immer wieder mal aufgelegt wurde und selbst das Frog-Modell, verpackt in einem Karton der russischen Fa. Ark bzw. von MPM- „Cooperativa“, immer noch irgendwo neu zu bekommen ist, kann die Matchbox-Swordfisch eigentlich nur noch im Internet ersteigert werden. Allerdings wurde sie auch bereits einmal von Revell in einer Bluebox heraus gebracht. Revell hatte nämlich den Formepool von Matchbox nach dessen Untergang übernommen.

Das ansprechende Titelbild dieser Edition stellt den dramatischen Augenblick des Angriffs der Swordfish auf das Schlachtschiff Bismarck dar. Ein Flugzeug das mit drei Mann Besatzung angriff. Leider liegt dem Bausatz keine dritte Figur eines Besatzungsmitglieds nebst Sitzgelegenheit bei. Schade eigentlich, denn es handelt sich bei diesem Bausatz um einen der besseren Matchbox Kits und mit ein paar Änderungen und einem kleinem zusätzlichem Gussrahmen für die Cockpiteinrichtung wäre dieser Bausatz auch heute noch durchaus als zeitgemäß einzustufen. Nachdem dieses Jahr von Hornby eine neue Airfix-Swordfish ebenfalls mit versenkten Gravuren herauskommen soll, sieht es ganz so aus, als ob Revell hier eine Chance vertan hätte.

Egal, was nicht ist, kann ja noch werden. Meiner Ansicht nach ist die Ex-Matchbox “Stringbag” auch unverändert immer noch einer Neuauflage würdig. Außer dem Cockpitbereich ist alles andere ganz passabel umgesetzt worden. Eine selbst heute noch als vorbildlich zu bezeichnende Sternmotorennachbildung, ein gar nicht mal so schlechtes Vickers-MG, leidliche Felgennachbildungen, sowie Teile zum Bau einer weiteren Baureihe zeichnen diesen Bausatz aus. Außerdem verfügt dieser Bausatz, wie die meisten Matchbox-Kits, über eine hervorragende Passgenauigkeit und weißt so gut wie keinen Gussgrat auf.

Der größte Vorteil ist zweifelsohne die angewandten Recessed-Panel-Machart. Da nicht, wie bei vielen andern Kits der Firma Lesney, Fugen einfach durch erhabene Linien ergänzt wurden! Begünstigend kommt bei diesem Modell noch die Bauweise des Originals zu Hilfe, so dass die Oberflächengestaltung selbst heute in diesem Maßstab kaum besser zu gestalten wäre. Was stören da also die etwas zu prominent geratenen sowie nur spärlich vorhandenen Trennfugen, die ja das typische Merkmal aller alten Matchboxbausätze waren?

Nichtsdestotrotz gibt es einige Wermutstropfen, die aber der seinerzeit üblichen allgemeinen Weglassung von kleineren Details geschuldet ist. Natürlich kann selbst dieser gute Lesney-Bausatz sein Entstehungsalter nicht verbergen. Aber er kann meines Erachtens, mit nicht allzu viel Aufwand selber individuell nachgebessert werden.

Zdenek Nevole (November 2011)