U.S. NAVY DC-3

MONOGRAM 7590 - 1/96

Bei dem Produktnamen dieses Bausatzes wurde schon in den 1970ern in Punkto Herstellerbezeichnung getrickst, da die Bezeichnung "Navy DC-3" selbstverständlich unzutreffend ist! Oder fürchtete Mattel damals etwa nur das die Erwähnung der in der Bauanleitung konkret als R4D-5 bezeichneten Maschine auf der Schachteloberseite nicht genügend potentielle Käufer ansprechen würde? Nur gut das McDonnell-Douglas seinerzeit offenbar keine Lizenzgebühren für die Verwendung des Typenkürzels DC verlangte. Doch wenden wir uns besser dem Bausatzinhalt zu.

Bausatz: Dieser Veteran stammt aus den Kindertagen des Plastikmodellbaus, das erkennt man auch an dem gewählten Maßstab von annähernd 1/90. Er ist also nur ein Boxscale-Modell. Doch so ein von den Ausmaßen durchaus angenehmes Modell hat immer noch sein Gutes. Besonders wenn man in Punkto Detailfülle nicht gewillt ist, jene Abstriche wie sie bei den 1/100 bzw. 144er Bausätzen nun mal existieren hinzunehmen.

Monogram brachte zuerst den klassischen DC-3-Airliner mit beidseitig je sieben Fenstern heraus. 1955 erschien postwendend auch noch ein "C-47 Skytrain" mit der zweiflügeligen Frachttür. Jedoch wurde hierbei die Gussform sowohl in Bezug auf die Klappe des Gepäckraums der Passagiermaschine in der linken Rumpfhälfte, als auch auf die Wright-Triebwerke nicht verändert!

1967 erfolgte eine weitere Anpassung: die AC-47 (Puff the magic dragon) erhielt die in die Cowlings integriert "Sandfilter der C-47a. Die eingekerbte Kontur der Gepäckklappe, welche auch einige Nietenreihen durchkreuzt, besteht jedoch bis heute. Das trifft leider auch auf die "Schiessscharten" in den Glasteilen zu! Diese sind zu allem Übel auch noch rechteckig statt rund.

Der Maßstab rechtfertigt noch das Vorhandensein der vielen Nieten, von denen am Vorbild ja bekanntlich 500.000 Stück verbaut waren. Genau betrachtet handelt es sich bei den vielen Nietenreihen allerdings eher um ein fiktiv angeordnetes Raster. Dabei erreicht die Größe einer Niete leicht das Fünffache des Originals. Interessanterweise wurden bei die Cockpittür und dem Notausstieg über der Kanzel schon versenkte Gravuren genutzt. Wodurch man hier letztendlich doch noch ein vorbildgerechtes Resultat erzielt.

Der größte Schwachpunkt ist das es sehr stark vereinfachte Hauptfahrwerk, das deshalb nur annähernd der Originalkonstruktion entspricht. Auch Triebwerkfront und Auspuffrohre sind nicht ganz vorbildgerecht umgesetzt. Ferner sind wie bei vielen anderen älteren Monogram-Kits, auf dem Höhenleitwerk noch ein paar lästige Auswerfermulden zu verspachteln.

Die restlichen Teile sind dann aber weitestgehend korrekt nachgebildet und selbst für heutige Verhältnisse ausreichend fein ausgestaltet. Es gibt sogar ein halbwegs ordentlich ausgestattetes Cockpit. Die zwei recht fein ausmodellierten Pilotenfiguren halten bereits ein Ruderhorn, mehr kann man in diesem Maßstab wirklich nicht verlangen. Die C-47 typischen Frachttüren im Heck haben ausgebildete Scharniere, einen Türgriff sowie innen reliefartige Strukturen und können somit auch geöffnet eingebaut werden. Zu guter Letzt besitzt dieser Urahn aller C-47-Modelle noch eine ganz interessantes Feature, nämlich die Textur der Enteisungsmatten an den Tragflächenkanten. Diese sollten freilich etwas abgeschliffen werden um maßstabsgerecht zu wirken. Der vor der Windschutzscheibe befindliche Blendschutz war natürlich ebenfalls nicht porös und muss wie bei der USAF üblich schwarz gestrichen werden.

Fazit: Der Bausatz ist durch Teilezahl und Art des Zusammenbaus unproblematisch. Er ist auch eine gute Basis für ein Individualmodell und muss eigentlich nur leicht nachgearbeitet werden. Glücklicherweise ist dieser Bausatz vor nicht allzu langer Zeit in den Staaten von Revell wiederaufgelegt worden, wie auch das eingravierte Copyright zeigt. Mit der Bezeichnung DC-3 Airliner gelang es hier höchst wahrscheinlich noch etwas eleganter Boeings Lizenzforderungen zu umgehen. Warum allerdings die Einstiegsleiter aus dem Skytrain-Bausatz am Gussast auftauchte wird r für immer Revells Geheimnis bleiben.

Zdenek Nevole (Juli 2017)