U-Boot Typ IXC U 505 spät - Vorabbausatz

Revell 05114 Spritzguss - 1/72

Vorbild: Die U-Boote des Typ IX waren immer im Schatten der berühmten Typ VII-Boote. Sie bildeten als Langstrecken-U-Boote gemeinsam mit den Mittelstrecken-U-Booten das Rückrat der U-Boot-Waffe der deutschen Kriegsmarine. Ab 1935 entstand der neue Typ auf Basis des Versuchstyps IA. Weiterhin wurden die Erkenntnisse der Langstrecken-U-Boote der kaiserlichen Marine genutzt. Das Zweihüllenboot erhielt einen aufgeladenen Neunzylindermotor mit 2400 PS. Die Wasserverdrängung des aufgetauchten Bootes vom Typ IXC lag bei 1140 Tonnen. So betrug die Länge 76,8 Meter. Aufgetaucht erreichte das Boot eine Geschwindigkeit von 18,3 Knoten. Unter Wasser waren es 7,3 Knoten. Immerhin konnten bei einer Reisegeschwindigkeit von 10 Knoten 12000 Seemeilen erreicht werden.



Am 02. Januar 1941 wurde das erste Boot vom Typ IXC von der Kriegsmarine übernommen und bis 1942 entstanden 54 Boote. U 505 entstand ab dem 12. Juni 1940 bei der Deutschen Werft in Hamburg und ging am 25. August 1941 in Dienst. Einsatzfahrten führten das Boot u.a. auch in die Karibik. Nachdem U 505 1943 umgebaut worden war, hatte es zwei 2-cm-Zwillings-Flak und eine 3,7-cm-Flak an Bord. Dafür ging die 10,5-cm-Seezielkanone von Bord.



Bei einer Einsatzfahrt wurde U 505 am 04. Juni 1944 von Flugzeugen des Geleitträgers USS Guadalcanal entdeckt und zum Auftauchen gezwungen. Das sinkende Boot wurde von der Mannschaft verlassen. Ein Kommando unter Kapitän Dan Gallery von der US Navy kaperte das Boot und sorgte dafür, dass es von der USS Guadalcanal abgeschleppt wurde. Heute ist es im Museum in Chicago ausgestellt.



Bausatz: Vor gut zehn Jahren wagte sich Revell auf ein neues Gebiet und brachte ein U-Boot vom Typ VIIC in 1/72 heraus. Nun gibt es eine weitere Überraschung, den hiermit liegt das größere Boot Typ IXC vor. Es gibt 183 Teile, ein Decalbogen und die typische übersichtliche Revell-Bauanleitung. Ein paar Teile wandern in die Restekiste. Für die Präsentation gibt es einen stabilen Ständer.



Die Abspritzung mit der Detaillierung ist voll auf der Höhe der Zeit. Mir persönlich gefällt diese besser als bei den damaligen Booten vom Typ VIIC. Ungewöhnlich ist die Vierteilung des Rumpfes. Diese ist dem Kartonmaß von Revell geschuldet. So gibt es das Heck separat. Das Deck besteht aus drei Teilen.



Vor dem Zusammenbau müssen ein paar Bohrungen angebracht werden. Hier zeigt die Bauanleitung genau das Wie und Wo. Zur Verbesserung der Stabilität gibt es drei Spanten. Die Ausstossöffnungen für die Torpedorohre können alternativ offen gebaut werden. Wer will, der kann die Ruder beweglich anbauen.

Für die Montage des Turms liefert Revell 23 Baustufen. Klar könnten einige Teile feiner sein. Hier kommt der Hersteller aber an die Grenzen des Möglichen. Hier kommt in den nächsten Wochen sicher Nachschlag von den Zubehörherstellern.

Auf den typischen Schwarz-Weiß-Bemalungshinweisen wird auch genau gezeigt wo welches Decal angebracht wird. Die Farbhinweise sind für das Farbsystem von Revell. Der kleine Decalbogen ist tadellos auf hellblauem Trägerpapier gedruckt. Damit kann man U 505 vor oder nach der Erbeutung durch die US Navy bauen.

Fazit: Ein gut gemachter sehr empfehlenswerter Bausatz von Revell in 1/72. Ein wenig Platz und Erfahrung sollte man aber mitbringen.

Volker Helms, Godern (November 2013)